Sergey Khismatov ist ein Komponist und Multimedia-Künstler, dessen Werke weltweit in Konzerthäusern, Kunstausstellungen und auf Film- und Medienfestivals präsentiert werden. Seine künstlerische Praxis bewegt sich zwischen zeitgenössischer Komposition, Raumklang, Medienkunst und der Erforschung neuer Formen audiovisueller Wahrnehmung. Khismatov entwickelt bevorzugt Projekte, die traditionelle Grenzen musikalischer Aufführung und Komposition erweitern und häufig neue, einmalige Präsentationsformen erfordern.


Schon zu Beginn seiner Karriere beschäftigte sich Khismatov intensiv mit der räumlichen Dimension des Klangs. Ein entscheidender Impuls war seine Teilnahme an den Stockhausen-Kursen im Jahr 2009, die sein Verständnis von Raumkomposition nachhaltig prägten. Im selben Jahr rekonstruierte er Avraamovs berühmte „Symphony of Industrial Horns“ und entwickelte eine Fassung für acht um das Publikum verteilte Lautsprecher, um die Idee einer klingenden Stadt räumlich erfahrbar zu machen. Diese Rekonstruktion wurde international aufgeführt und im Rahmen der documenta 14 präsentiert. Seitdem bildet die Arbeit mit räumlichen Klangstrukturen einen zentralen Bestandteil seiner künstlerischen Praxis.


Während der Covid-19-Pandemie entwickelte Khismatov das audiovisuelle Format Video Ensemble, das die Prinzipien räumlicher Komposition auf die Verbindung von Bild und Klang erweitert. In diesen Arbeiten werden audiovisuelle Ereignisse durch minimale Eingriffe neu organisiert und in komplexen räumlichen Strukturen erfahrbar gemacht. Aus dieser künstlerischen Praxis entwickelte Khismatov die Methode der Ecological Media Composition (EMC), die auf der möglichst weitgehenden Bewahrung der ursprünglichen Eigenschaften audiovisuellen Materials basiert und dieses als eigenständiges kompositorisches Material versteht.


Neben seiner künstlerischen Tätigkeit verfügt Khismatov über umfangreiche Erfahrung in der Organisation und Produktion kultureller Projekte. Er initiierte und realisierte unter anderem die Projekte A-Muzik, Signals, Tuono del Cuculo sowie die Konzertreihe Tax Free und war dabei für die Planung, Koordination und Umsetzung komplexer künstlerischer Prozesse verantwortlich.



STIPENDIEN UND PREISE:

2023 Villa Aurora Residenz, LA, USA.

2021 Schloss Wiepersdorf Residenz, Deutschland.

2021 bangaloREsidency, Indien.

2018 Künstlerdorf Schöppingen Residenz, Deutschland.

2017 Arbeitsstipendium Sachsen, Leipzig, Deutschland.

2015 Dukley European Art Community Residenz, Budva, Montenegro.

2013 Villa Concordia Bamberg Residenz, Bamberg, Deutschland.

2013 Hof Klang Residenz, Leipzig, Deutschland.

2012 St. Petersburg Kunstpreis, St. Petersburg, Rußland.



KOMPOSITIONSWETTBEWERBE:

2022 Preisträger des Jacobi-Kompositionswettbewerbs für Akkordeonorchester. Deutschland.

2015 Der erste Preis des OSSIA Wettbewerbs 2015. New York, USA.

2014 Advocacy Preis von Boston Metro Opera. Boston, USA.

2013 Preisträger des Wettbewerbs „Neue Töne“ 2013. München, Deutschland.

2012 Der erste Preis des Hof Klang Wettbewerbs 2012. Leipzig, Deutschland.

2012 Der zweite Preis des Franz Josef Reinl-Stiftung Wettbewerbs 2012. Wien, Österreich.